"Can you see what I see? Can you hear what I hear? Visions of destruction, the sound of fear! The source of evil is inside of you, dear!"
- God Module
Lohnsteuererklaerungen, Mietvertraege, Autoversicherungen, und Bewerbungen? Das sind Worte, die mir als durchschnittlicher Schueler immer recht fern erschienen und ich dachte immer, dass das einem auch einfach zufliegt. Zumindest eine verstaendliche Definition einer Lohnsteuererklaerung. Noch gehe ich zur Schule, und noch bin ich siebzehn Jahre jung. Noch. Noch etwa acht Schultage und das erstere ist dann auch hinter mir geblieben fuer's Erste, weil ich hier dann fertig bin mit der Schule. Etwa vier Wochen und ich werde achtzehn. Diese grosse Zahl, auf die sich jeder freut. Klar, mach ich auch, aber dann bin ich so ganz offiziell "erwachsen". Fuer viele mag das keine grossen Aenderungen mit sich bringen wenn es erstmal soweit ist, aber bei mir kommt scheinbar gleich das komplette Programm; ich bin mit der Schule fertig, bin fast 18, muss mir nun also so Dinge wie Anmeldungen fuer Berufsschulen, Bewerbungen fuer diverse Praktika und total formelle Schreiben aus den Fingern saugen und zu allem Uebel (obwohl es ja kein's ist) ziehe ich direkt aus und ab in die eigene Wohnung. Wieso? Lange Geschichte. Wenn man mich kennt, weiss man das eh, und wenn nicht, ist es eh uninteressant nun von Militaer, Bund, und Versetzungen anzufangen.
Ich freue mich absolut darauf, auf richtig eigenen Beinen zu stehen (Nudeln kochen und 'n Bad putzen kann ich auch schon seit geraumer Zeit, Woo!), aber die Tatsache, dass ich dann so einfach verschwinde und meine Eltern auf einem anderen Kontinent zuruecklasse ist durchaus mal was besonderes. Ich bin froh, dann nicht mehr unbedingt auf meine Eltern komplett angewiesen zu sein, aber ich bin noch nicht so belastbar was Stress angeht, wie manche vielleicht denken. Okay, naechste Woche starten die ganzen Examen an meiner Schule. Gut, komm ich mit klar. Dazu kam dann die Anmeldung fuer die BBS in Zweibruecken. Dann die Bewerbungen fuer die Praktika. Dann die allgemeinen Gedanken um's Finanzielle. Das Denken rund um's Kofferpacken in den naechsten Wochen. Das Feiern des eigenen Geburtstages. Als letztes Kind endlich ausziehen. Beschaffen des ganzen Papierkrams um mich wieder in Deutschland anzumelden. Normale Hausaufgaben im Hier-Und-Jetzt, etc. etc. etc... Es erscheint mir persoenlich extrem viel und ich weiss auch nicht so recht wo ich anfangen soll, auch wenn manche Dinge davon bereits in Angriff genommen wurden. Ich weiss, dass alles machbar ist, und dass ich es im Endeffekt hinkriege und alles glatt laufen wird, aber es erscheint mir sehr viel. Also musst du mich jetzt bemitleiden oder so. Ansonsten schmeiss ich mich auf den Boden und fang an, hysterisch zu heulen. Und das will keiner. (Und den ZEHN Stunden langen Flug habe ich noch garnicht erwaehnt, oder?)
Ich denke, dass das groesste Problem darin liegt, dass ich weiss wie faul ich bin und mir Entscheidungen extrem schwer fallen. Aus welchem banal-bescheuertem Grund auch immer. Vielleicht ist das Problem aber auch ein ganz anderes. Schlisslich bin ich das lebende Paradebeispiel fuer die Generation: Doof oder Generation: Praktikum. Und das meine ich keineswegs in einem schlechtem Sinne, denn ich denke, dass man einen Grossteil der deutschen Bevoelkerung zwischen 12 und 45 dazu zaehlen kann. Ich gehoere bereits zu einer Generation, die andere Dinge lernt als die unserer Eltern. Frueher lernte man wie man Kuehe melkt, heute wie man Google benutzt. Man mag sich fragen was nun das da oben mit dem hier zu tun hat, aber ich denke, ganz persoenlich, dass man viel zu sehr von irgendwelchen Dingen beeinflusst wird, die einem das Leben vereinfachen. Das ist gut, klar, aber fuehrt das nicht zu einer allgemeinen Faulheit? Anstatts ein Tagebuch zu schreiben, tipp ich einen Blogeintrag. Hell, yeah. Das wollte ich nur einmal kurz ansprechen, mehr nicht.
Jedenfalls macht wahrscheinlich jeder so'ne BOOM-Phase mit (den Begriff hab ich mir grad ausgedacht, schoen, nicht?), in der er ganz ploetzlich auf eigenen Fuessen stehen muss. Ich bin absolut gespannt was kommt, sehe aber auch nicht viel positives an dem ganzen. Juhuu, ich werde mich weiterbilden, 'nen Job kriegen (hoffentlich), und dann irgendwann als alter Mann sterben und vergessen werden. Alleine dieser Gedankengang demotiviert mich bis auf's Aeusserste. Ich freu mich ja ueber jede Minute mit meinen engsten Freunden, ich geniesse Musik (repetitive electro shit!), und hab' auch Spass am Leben, aber nunja.
Bah, das wird mir jetzt schon wieder viel zu emotional und melancholisch. Manchmal kommt's mir eh so vor, als haette ich ein Haendchen fuer Fettnaepfchen (siehe Daily FML, I guess... oO) und ich weiss ganz genau; ich lass mich da nicht von unterkriegen. Klar zieht mich viel runter, aber meine Fresse (Uhh, ich werd' vulgaer.), es koennt' immer schlimmer sein, also was soll's.
Ueberhaupt muss ich das doch eh viel positiver sehen; als alter Mann werde ich den ganzen Tag nur rumnoelen und jeden richtig fies anmeckern. Das wird ein riesiger Spass! Ich gestehe, ich mach das jetzt auch schon viel, aber das werde ich definitiv noch toppen. Huzzah!
Gut, Gedankenabfaelle sind nun wieder aussortiert und in meinem Kopf herrscht wieder mehr Chaos (23!) und ich bin muede. Das is' irgendwie 'ne verdammt uncoole Kombination.
Haha, ich lache mich selbst aus, weil dieser Beitrag so sinnfrei ist. Das fasziniert mich...
So far!

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